10 Jahre Mobbing-Kontaktstelle Aachen

 

Radio-Kurzfeature von Axel Gauster
Sprecher: Axel Gauster
Online-Text, Foto: Axel Gauster
© 2011 Axel Gauster/NGG-Region Aachen
Länge: 11'36"
Format: mp3pro 96kbps 44,1 kHz 16bit DAB JointStereo
 
Seite: 1 - 2
 

 

 

Im Jahre 2001 beschlossen der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Einzelgewerkschaften, das Arbeiter- und Betriebspastoral, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, der Diözesanverband Aachen und das Oswald-von-Nell-Breuning-Haus, eine Mobbing-Kontakt-Stelle zu gründen. Die befindet sich im Bistum Aachen.
Herbstfeier 2011 der NGG-Senioren
Christel Pott, Kuratoriumsvorsitzende
 
Am 3. November 2011 feiert die Mobbing-Kontaktstelle Aachen ihr zehnjähiges Bestehen. In der Domsingschule Aachen. Langsam füllt sich das im Boden eingelassene Dreiviertelrund. Fotos und Texte in einer Projektion. Dazu Live-Musik am Klavier.
 
Karin Bernhardt vom DGB Region NRW Süd-West:
„Die Arbeitswelt hat sich stark verändert. Eine Mobbing-Kontakt-Stelle ist daher das Gebot der Stunde. Die Einzelgewerkschaften, Betriebsräte und Personalvertretungen haben naturgemäß viel praktische Erfahrungen aus dem Bereich des Miteinander von Menschen im Arbeitsprozess. Die können als Hilfsangebote für Mobbing-Opfer genutzt werden.“
 
Seit 2009 sind die Opferzahlen sprunghaft angestiegen. Durchschnittlich dreihundert Mobbing-Opfer pro Jahr werden in der Mobbing-Kontakt-Stelle Aachen betreut. Das sind ein Drittel mehr als in den Jahren zuvor.
 
Heinz Backes, Leiter der Mobbing-Kontakt-Stelle Aachen:
„Die schwindende oder gar nicht vorhandene Gerechtigkeit und Kommunikation am Arbeitsplatz sind Gründe für Mobbing“.
 
5-20 % aller in Europa arbeitenden Menschen sind schon einmal gemobbt worden. Das sagt die europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.1)
 
Mobbing(englisch „to mob“) bedeutet Pöbel, über jemanden herfallen, jemanden attackieren. Bullying, Bossing sind auch Umschreibungen für dieses Wort. Mobbing ist das systematische, böswillige Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von ArbeitnehmerInnen untereinander oder durch Vorgesetze.
Ziel dieses Aktionen ist vorwiegend das Manipulieren wichtiger Funktionen und Aufgaben im Arbeitsleben des Mobbing-Opfers. Seelische oder körperliche Schikanen werden von einzelnen oder mehreren Personen am Arbeitsplatz gegen bestimmte Kollegen/Innen gerichtet.
Gemobbt wird überall und weltweit. In der Freizeit, in der Schule und eben auch am Arbeitsplatz. Die Gründe sind vielfältig: Angst vor Arbeitsplatzverlust, Wut, Neid, Karrieredenken, Gleichgültigkeit, fehlende Anerkennung, schlechte Arbeitsorganisation und Kommunikationsprobleme sind nur einige der Gründe für dieses Verhalten.
 
Herbstfeier 2011 der NGG-Senioren
Manfred von Holtum, Generalvikar Bistum Aachen
 
Diejenigen Menschen, die mobben, sind nicht immer ArbeitnehmerInnen. Es gibt auch mobbende Vorgesetzte oder Verbünde von ArbeitnehmerInnen und Vorgesetzten, die eine/n Kollegen/In mobben.
Auch die Mobbing-Aktionen sind unterschiedlich. Sie beginnen mit dem Versuch, Menschen zur Anpassung zu zwingen und enden bei Aggression und Reaktion aufgrund von Geschlecht, Religion, Nationalität des Mobbing-Opfers.
 
Die Folgen für Mobbing-Opfer sind fast immer zwangsläufig: Verlust von Selbstwertgefühl und seelische Verletzungen, Depression, organische Erkrankungen wie zum Beispiel Herzbeschwerden und Magen-Darm-Erkrankungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Arbeitsplatzverlust und die Entwicklung von chronischen Krankheiten, die nur mit medizinischer Hilfe erträglich bleiben. Auch Selbstmordgefährdung ist bei Mobbing-Opfern nicht auszuschließen..
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