Berti Schankweiler - ein Portrait

 

Radio-Kurzfeature von Axel Gauster
Sprecher: Axel Gauster
Online-Text, Foto: Axel Gauster
© 2011 NGG-Region Aachen
Länge: 11'44"
Format: mp3pro 96kbps 44,1 kHz 16bit DAB JointStereo
 
Seite: 1 - 2 - 3
 

 

 

Berti Schankweiler geht in den Ruhestand.
 
Gegen wir einige Jahre zurück. Nicht ganz an den Anfang eines Lebens. Aber - sagen wir -  bis zur Mitte. In das Jahre 1989.
Kind und Kegel müssen versorgt sein. Auf der Suche nach einem Arbeitsplatz bietet sich bei der Firma Kinkartz in Würselen eine Möglichkeit. Da gibt es einen Job für die Saison. Also für die Zeit, in der Süßwaren zum Beispiel für das Weihnachtsfest vorproduziert werden.
Eigentlich ist es ganz anders: Auf ihrem Lebensweg läuft Berti Schankweiler die Firma Kinkartz in Würselen über den Weg. Eine nachhaltige Begegnung. Besonders für ihr soziales Empfinden.

 

Berti Schankweiler - Stammbelegschaft 1991
Berti Schankweiler - Stammbelegschaft 1991 (Siehe Quellennachweis)

 

„Als ich da angefangen habe in der Saison, da habe ich mir gesagt: Hier bleibe ich nicht lange. Ich habe dann auch gemerkt, wie man mit den Kollegen und Kolleginnen umgegangen ist. Viele Vorgesetzte kamen rein und schrien direkt herum. Da habe ich mir gesagt: So nicht. Ich interessierte mich dann dafür, was die dürfen und was die nicht dürfen.“
Ohne soziale Einstellung ginge das nicht. Das sei das Wichtigste, fügt sie hinzu.
 
Und dann: Arbeit. Arbeit. Arbeit. Ja - so ist das eben. Aber die Lohntüte muss stimmen. Und das Betriebsklima. Und die Mitbestimmung. Und der Zusammenhalt mit den Kolleginnen. Und die soziale Gerechtigkeit ...
 
Berti Schankweiler - Warnstreik 2008 Kinkartz/Lambertz
Berti Schankweiler - Warnstreik 2008 Kinkartz/Lambertz

 

Im Jahre 1991 wird sie in die Stammbelegschaft übernommen. Sehr bald wird sie zur Vertrauensperson der Belegschaft. Im Jahre 1994 folgt die Wahl in den Betriebsrat. Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende ist sie ab 1998 und seit 2002 trägt Berti Schankweiler als Betriebsratsvorsitzende die Hauptverantwortung.
 
Gleichzeitig ist sie immer auch Schwerbehindertenbeauftragte im Unternehmen Kinkartz.
„Ich bin mit den Leuten zu den Ärzten gefahren oder habe Anträge für Schwerbehindertenausweise ausgestellt", sagt sie. Natürlich bedeutet das noch mehr Arbeit. Aber zu der macht sie nur ahnungsvolle Andeutungen.
 
Es gibt da noch einige Besonderheiten im Leben von Berti Schankweiler.
Da ist ihre Familie. Die ist groß. Nicht nur ihre Eigene. Sondern auch die im Betrieb. Bei Kinkartz arbeiten Nichten und Neffen, die Enkelin hat dort ihre Ausbildung abgeschlossen und ihre Tochter ist die neue Schwerbehindertenbeauftragte.
Trotzdem – oder gerade deshalb – werden die genauso behandelt wie die übrige Belegschaft.
„Wenn die irgendetwas falsch machen, kriegen die genauso eine drauf wie die anderen auch. Familie ist Familie und Betrieb ist Betrieb", sagt sie.
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