GRAziL: Leiharbeit

 

Radio-Kurzfeature von Axel Gauster
Sprecher: Axel Gauster
Online-Text, Foto: Axel Gauster
© 2011 NGG-Region Aachen
Länge: 9'46"
Format: mp3pro 96kbps 44,1 kHz 16bit DAB JointStereo
 

 

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Im Juni 2010 gab es in Deutschland zirka 806.000 Menschen in sogenannter Leiharbeit. Vor der Finanzkrise waren es im Juni 2008 794.000 und im Jahr der Krise – im Juni 2009 – 610.000.1)
Vermittelt wird diese Zeitarbeit durch entsprechende Firmen. Die verdienen damit ihr Geld, Menschen für eine bestimmte Zeit an Unternehmen zu verleihen. Zwischen dem Verleiher und Entleiher wird ein eigener Vertrag geschlossen, der die finanziellen Bedingungen festhält. Geregelt wird die Tätigkeit der Leiharbeitsfirma im sogenannten Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Der Leiharbeitsbeschäftigte selbst arbeitet für die Zeitarbeitsfirma. Die trägt alle Arbeitgeberpflichten wie zum Beispiel Urlaubsregelung und Lohnfortzahlung bei Krankheit.
 
Seit einigen Jahren gibt es ein Projekt, das sich genau mit diesem Thema befasst. Es heißt: GRAziL (Gestaltung, Umsetzung und Transfer von Instrumenten zum Ressourcenmanagement und zum Arbeitsschutz im Rahmen eines zielgruppenbezogenen Ansatzes für Leiharbeitnehmer in Entleihunternehmen“).
 
Das Projekt GRAziL hat dabei das Ziel, die Zusammenarbeit von Stammbelegschaften und Leiharbeitsbeschäftigen zu verbessern. Auch der Arbeits- und Gesundheitsschutz steht als Ziel für das Projekt im Mittelpunkt.
Zur Zeit werden diese Verbesserung in 28 Modellbetrieben aus dem Produktions- und Dienstleistungssektor entwickelt und erprobt.
 
v.l.: Bodo Wagner (NGG Aachen), Rudi Bender (NGG Aachen), Kai Beutler (GRAziL)"

 

GRAziL wird durch verschiedene Organisationen unterstützt: Hans-Böckler-Stiftung, Bundes- und Landesministerien, Gewerkschaften wie NGG, IG-Metall, ver.di, Berufsgenossenschaften und Berufsverbände.
 
Klar ist jetzt schon, dass die Folgen von Leiharbeit andere sind als bei einem festen Arbeitsplatz. Weniger Arbeitsschutz, weniger Rechte, weniger Geld – eigentlich von allem zu wenig. Aber bei gleichwertiger Arbeit.
Und leider gibt es in den Zeitarbeitsfirmen kaum Betriebsräte. Das macht den Gewerkschaften Sorgen. Außerdem sind die Leiharbeitsbeschäftigen schwer zu organisieren. Wenn zum Beispiel in einem Süßwarenbetrieb – und da gibt es ja erfahrungsgemäß viele Saisonbeschäftigte – also Leiharbeitskräfte – eine Betriebsversammlung stattfindet.
Nach dem Betriebsverfassungsgesetz sind vier Betriebsversammlung im Jahr Pflicht. Zurzeit gibt es keine Leiharbeitsfirma – die dieser Verpflichtung nachkommt. Für den Betriebsrat in einer leihenden Firma ist das Thema Leiharbeitsverhältnis eine Herausforderung.
 
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