Mobbing-Tagung November 2011

 

Radio-Kurzfeature von Axel Gauster
Sprecher: Axel Gauster
Online-Text, Foto: Axel Gauster
© 2011 Axel Gauster/NGG-Region Aachen
Länge: 18'17"
Format: mp3pro 96kbps 44,1 kHz 16bit DAB JointStereo
 
Seite: 1 - 2 - 3
 

 

Herzogenrath bei Aachen, Nell-Breuning Haus. Unter dem Titel: "Mobbing – Folter am Arbeitsplatz. Eine europäische Herausforderung" findet am 2.-4. November 2011 eine internationale Tagung statt.

 

Herbstfeier 2011 der NGG-Senioren
TagungsteilnehmerInnen 2011
 
Das Thema wird von unterschiedlichen Seiten aus betrachtet.
 
Dr. Marie-France Hirigoyen ist Medizinerin, Familien- und Psychotherapeutin. Die französische Wissenschaftlerin befaßt sich seit fast fünfundzwanzig Jahren mit dem Thema Mobbing und seelischer Gewalt.
 
Herbstfeier 2011 der NGG-Senioren
Dr. Marie-France Hirigoyen
 
Sie sieht die Ursachen von Mobbing auch in der Arbeitsorganisation eines Unternehmens. Die ist oftmals überholt oder einfach schlecht und die Führungskräfte weit weg von den Bedürfnissen der Beschäftigten. "Mobbing ist ein weltweites Phänomen. Es hat aber nichts mit Kulturen zu tun. Das ist ein Problem der Arbeitswelt, das mit den Veränderungen im Management zu tun hat und auch an Personen gebunden ist", fügt sie hinzu.
 
Dr. phil. Josef Schwickerath ist Psychologe. Er leitet das Europäische Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin in Überherrn-Berus ganz in der Nähe von Saarlouis. Seit 1986 werden Mobbing-Opfer in dieser Klinik betreut. "Ohne professionelle Hilfe findet ein Mobbing-Opfer schwer oder garnicht aus seinem Leiden heraus. Das Problem ist immer die Beweislast. Was ist Mobbing und was ist es nicht. Sind Stress und Burnout nun Folge oder Ursache von Mobbing - zum Beispiel. Die psychosomatischen Erkrankungen sind aber erkennbar. Es besteht gute Chance auf Heilung", sagt er. "Zwei von drei Patienten sind übrigens weiblich. Die häuftigsten Mobbing-Fälle finden sich auch in Deutschland in der Gesundheitsbranche", fügt er hinzu. 
Herbstfeier 2011 der NGG-Senioren
Dr. Josef Schwickerath
 
Mobbing kostet. Nicht nur die Gesundheit von Menschen. Jean-Michel Miller von der Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, kurz Eurofond aus Irland. "Die Kosten für Volkswirtschaft und Unternehmen sind steigend. Die genaue Höhe der Kosten sind dabei nur schwer zu ermitteln". Dazu gehören Kosten für Prävention, Gesundheit, Medizin, Produktionsausfall, verminderte Steuern und andere noch nicht bekannte Posten. "Finanzkrisen, Bankenkrisen, Schuldenkrisen. Die födern geradezu Mobbing am Arbeitsplatz. Wenn sich nicht bald ein größeres gesellschaftliches Bewußtsein für das Thema Mobbing entwickelt, wird die Zahl der Mobbing-Fälle weiterhin stark zunehmen", fügt der Luxemburger hinzu.
Die Veranstalter: Mobbingkontaktstelle im Bistum Aachen, mobbing asbl - der christliche Gewerkschaftsbund aus Luxemburg, DGB Region NRW Süd-West, CSC Verviers - eine Gewerkschaft aus Belgien, Mensch und Arbeit - eine Betriebsseelsorge der Diözese Linz aus Österreich und das Nell-Breuning-Haus. Die TeilnehmerInnen sind international. Belgien, Deutschland, Irland, Rumänien, Türkei, Holland, Luxemburg, Österreich sind einige vertretene Nationen. Fachleute und Interessierte aus vielen sozialen, gewerkschaftlichen (unter anderem von der NGG-Region Aachen, der IG-Metall Aachen, dem DGB Nrw Region Süd-West Aachen), frei finanzierten und kirchlichen Einrichtungen sind es. Vorträge, Diskussionen, Open Space – Runden, Schlußfolgerungen, Ideen und erste Texte für eine europäische Anti-Mobbing Charta.
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